Distrikt Struthwiese bietet vielen Schmetterlingen eine Heimat


Rothenbacher Naturschutzverein leistet eine gute und erfolgreiche Arbeit

 

Rothenbach. Der Rothenbacher Naturschutzverein SEN (Schutz Einheimischer Natur) bemüht sich seit Jahren um die Pflege und Erhaltung der schützenswerten Natur in den verschiedenen Biotopen der Ortsgemeinde Rothenbach. Unter anderem betreut der Verein einen Lebensraum im Distrikt Struthwiese, das in der Vergangenheit nach Aufgabe der intensiven landwirtschaftlichen Nutzung eine ganz besondere Entwicklung durchgemacht hat.

 

So hat sich dort eine abwechslungsreiche Parklandschaft entwickelt, die vor allem eine hochwertige Lebensgrundlage für viele Insekten, unter anderem Schmetterlinge, darstellt. Besonders die Erfordernisse des Wiesenknopf-Ameisenbläulings haben in den vergangenen Jahren die hauptsächlichen Pflegearbeiten des Vereines bestimmt.

 

Nun hat der Diplomgeograf Markus Kunz als zuständiger Biotopbetreuer die Fläche untersucht und eine überaus erfreuliche Bewertung abgegeben: Sowohl der Helle als auch der Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling konnten bestätigt werden. Damit ist man dem ursprünglichen Ziel der Biotopeinrichtung schon sehr nahe gekommen.

 

Und auch in einem weiteren Punkt darf der Verein zufrieden sein: Die positive Entwicklung der Fläche bestätigt, dass 2004 die Förderung der Biotoperschließung durch die Kreisverwaltung genau der richtigen Fläche zugute gekommen ist. Nun ist weiter dafür zu sorgen, dass die stark gefährdeten Schmetterlinge in Zukunft eine sichere Überlebenschance haben. Da hierfür sowohl das Vorhandensein des Großen Wiesenknopfes als Futterpflanze für die Raupen als auch der Knotenameise als „Pate“ für die Überwinterung der Raupen unerlässlich ist, kommt dem Pflegeplan für den Pflanzenaufwuchs auf der Fläche höchste Bedeutung zu.

 

Biotopbetreuer Markus Kunz sagte dem Verein seine weitere naturschutzfachliche Unterstützung zu. SEN-Vorsitzender Klaus Huber dankte ihm für seine engagierte Hilfe und Unterstützung.



Westerwälder Zeitung vom Mittwoch, 11. August 2010, Seite 21

 

Fünf Kilogramm Flachssamen bringen bei Rothenbach eine gute Ernte


Im vergangenen Jahr startete der Museumsverein das Großprojekt Flachsanbau. „Es wird verwirklicht durch die Zusammenarbeit zwischen der Familie Menges, die auch das Feld kostenlos zur Verfügung stellt, dem SEN (Schutz Einheimischer Natur) Rothenbach und dem Museumsverein anno dazumal Westerburg“, betont Christine Klein (links). Ende April war von Gisbert Menges (3. von links) der Urflachs auf traditionelle Weise auf dem Acker in der Gemarkung „Ober der Wintergass“ (Rothenbach) am Westerwaldsteig 4 ausgesät worden. Auf etwa 320 Quadratmetern wurde ein langer, etwa vier Meter breiter Streifen entlang des Kartoffelackers bestellt. Gisbert Menges säte aus der historischen Saatschüssel.

 

Fünf Kilogramm Saatgut wurden dazu von einer Sämerei geliefert. Dabei handelt es sich um die Sorte „Linum usitatissimum“ – keimfähiger Faserflachs, Urflachs. Die Saat ging gut auf, der Flachs blühte herrlich, und am 14. September 2009 wurde geerntet. Bei der Ernte halfen auch der Vorsitzende des SEN Rothenbach, Klaus Huber (2. von links), sowie Charlotte Pleye (Seck; rechts) mit.



 Westerwälder Zeitung vom Samstag, 24. Juli 2010, Seite 24

70 Naturbegeisterte in der Rothenbacher Lay unterwegs


Geschütztes Gebiet ist Heimat von gefährdeten Pflanzen und Tierarten

 

Rothenbach. Zu einer spannenden Naturexkursion in die Rothenbacher Lay hatte das Naturschutzzentrum Westerwald des Naturschutzbunds (Nabu) in Zusammenarbeit mit dem Verein Schutz einheimischer Natur (SEN) Rothenbach und der Touristinformation Westerburger Land eingeladen. 70 Naturbegeisterte folgten bei idealen Wetterbedingungen dem Aufruf zu der kleinen Expedition in das 6,25 Hektar große geschützte Gebiet. Angeleitet wurde sie von Klaus Huber, dem Vorsitzenden des SEN Rothenbach, Diplom-Geograf Markus Kunz, Biotopbetreuer des Westerwaldkreises, und von den Nabu-Referenten Gabriele und Harry Neumann.

 

Huber erläuterte, dass es sich bei der Rothenbacher Lay (altgermanisch für Fels, Stein) um einen ehemaligen Basalt-Steinbruch handelt, der in den 1960-er Jahren unwirtschaftlich und deshalb 1965 stillgelegt wurde. Seitdem blieb der Steinbruch unberührt, so dass sich eine bemerkenswerte Flora und Fauna entwickeln konnte. Der Naturschutzverein SEN Rothenbach verpflichtete sich 1998 dazu, dieses Gebiet zu pflegen. Die Rothenbacher Lay besitzt den Status eines geschützten Landschaftsbestandteiles und unterliegt somit rechtlichem Schutz.

 

Huber kreierte für die Besucher der Lay ein eigenes Rothenbacher-Lay-Logo, das die Teilnehmer durch den Rothenbacher Laypfad führte und zudem die Möglichkeit bietet, den Pfad nochmals allein oder mit der Familie abzugehen. Das Logo besteht aus drei blauen Säulen, die auf den Basaltsteinbruch hinweisen, und einem geschwungenen grünen Streifen, der den Naturpfad symbolisiert. Während der Naturexpedition durch die Rothenbacher Lay wiesen die Experten auf besondere Pflanzen wie Weißwurz oder Chinesenbart der Buche und auch Tiere hin. Bevor die Teilnehmer den Magerrasen, ein Rückzugsgebiet für gefährdete Pflanzen- und Tierarten, im Kessel des ehemaligen Steinbruchs erreichten, konnten sie auch noch ein Fledermausquartier sehen, in dem beispielsweise Zwerg-, Fransen- und Wasserfledermäuse sowie das Große Mausohr ein Winterquartier haben.

 

Der Pfad führte weiter zu dem Tiefgang Teich, der zum Verweilen einlud. Anschließend konnte man sich in der Alten Schmiede, die aufwendig von dem SEN Rothenbach renoviert wurde, auf Lehrtafeln einen Überblick über die Pflanzen- und Tierwelt in der Rothenbacher Lay informieren.



 

 

Der Museumsflachs wird nun geröstet

Drei Wochen lang wässern die Pflanzen im Elbbach – Am 20. Juli folgt die nächste Aktion

 

Rothenbach. Auf traditionelle Weise hat der Museumsverein anno dazumal Westerburg in Kooperation mit dem Naturschutzverein SEN Rothenbach (Schutz Einheimischer Natur) Flachssamen im vergangenen Jahr ausgesät und geerntet. Ziel ist, die einzelnen Arbeitsschritte vom Leinsamen bis zum Leinenhemd – gemäß dem Motto „Selbst gesponnen, selbst gemacht ist die alte Volkstracht“ – zu dokumentieren. Der „Flachsanbau 2009“ ist eine Zusammenarbeit zwischen der Familie Menges, die auch das Feld kostenlos zur Verfügung stellt, dem Verein SEN Rothenbach und dem Museumsverein.

 

Jetzt folgte als nächster Schritt die Nassröste im Elbbach. Dafür hatte Klaus Huber (Vorsitzender des Vereins SEN Rothenbach) alles gut vorbereitet: den Elbbach etwas angestaut und den Flachs an Ort und Stelle gebracht. Auch die Familie Menges, Mitglieder des Museumsvereins sowie die SEN-Jugendgruppe halfen mit. Gemeinsam wurde der Flachs in den Elbbach gelegt, dann mit Paletten und dicken Steinen beschwert.

 

„Früher nannte man das ,Brechkaut’, es hieß: ,Gut geröstet, leicht gebrochen’“, erklärte die Vorsitzende des Museumsvereins, Christine Klein. Beim Rösten soll die Leimschicht, mit der die Fasern an den Halmen befestigt sind, gelöst werden. Der Flachs bleibt nun drei Wochen im Wasser. Danach muss er im fließenden Wasser ausgewaschen werden. Die Aktion ist für Dienstag, 20. Juli, 17 Uhr, geplant. Beim „Flachstag“ am Sonntag, 29. August, auf dem Westerburger Rathausplatz werden alle Arbeitsschritte vom Leinsamen bis zum Linnen gezeigt.

Der Spinnclub Nomborn wird den Flachs spinnen. Im Trachtenmuseum steht ein Webstuhl, wo der Flachs eingewebt wird. Der Werdegang vom Leinsamen zum Leinenhemd wird auf einer DVD (mit Begleitheft) dokumentiert. Sie kann beim Flachstag bestellt werden. (bau)



 Westerwälder Zeitung vom Donnerstag, 8. Juli 2010, Seite 22

 

 

Mehr Rücksicht auf Kröten nehmen

Naturschutzverein SEN Rothenbach: Verfügte Straßensperrungen werden von Autofahrern oft nicht akzeptiert

Nicht alle Autofahrer sind unbedingt Freunde von Amphibien. Diese Erfahrung musste der Naturschutzverein SEN wieder einmal machen.


ROTHENBACH-OBERSAYN. Während der jährlichen Kötenwanderung zwischen Rothenbach-Obersayn und dem Nachbarort Arnshöfen kommt es bei der Straßensperrung der K 78 ständig zu Problemen. Das musste der Vorsitzende Klaus Huber vom Naturschutzverein SEN Rothenbach bei der Jahreshauptversammlung feststellen. Er bedauerte, wie wenig Akzeptanz diesen Sperrungen in der Bevölkerung entgegengebracht wird. Huber führte dies hauptsächlich darauf zurück, dass die erforderlichen Kenntnisse über die enorme Nützlichkeit der Frösche und Kröten bei den meisten Verkehrsteilnehmern einfach fehle.

 

Hinzu komme, so Huber, dass viele Verkehrsteilnehmer nicht bereit sind, die Sperrungen überhaupt zu akzeptieren. Die Mühen des Vereines, für einen ausreichenden Schutz der wandernden Amphibien zu sorgen, werde nicht eingeschränkt; der Verein sei sich seiner Verantwortung bewusst.

 

Eine wichtige Mitteilung des Vorsitzenden betraf die Bestätigung des Aufenthaltes einer Wildkatze im Geisenwald. In Zusammenarbeit mit der Masgeik-Stiftung wurde an einer geeigneten Stelle eine Infrarotkamera installiert, die nun die bestätigenden Bilder geliefert hat.

 

Huber informierte auch über die neuesten Entwicklungen der „Historischen Abteilung“ des Vereins. Zum einen wurde nach langem Suchen endlich noch einer der verschwunden oder zerstört geglaubten Grenzsteine von 1780 im District „Weiden“ gefunden und an seinem früheren Standort aufgestellt. Zum anderen stellte Huber seine neu erstellte CD über die noch vorhandenen Reste der kurtrierischen Grenzbefestigungen von etwa 1700 vor. Damit ist es möglich, eine interaktive Wanderung entlang der Rothenbacher Grenze am Computer zu machen. Wer sich dafür interessiert, kann diese CD beim Vorsitzenden erwerben.

 

Bei den Neuwahlen des Vereinsvorstandes wurden für die einzelnen Funktionen die folgenden Vereinsmitglieder gewählt: Vorsitzender bleibt wie bisher Klaus Huber, stellvertretender Vorsitzender wie bisher Jochen Wihl, Kassenwart wie bisher Stefan Menges, Schriftführer wie bisher Raphael Margraf, Fachwart Tierschutz wie bisher Rainer Hastrich und Fachwart Umweltschutz wie bisher Gisbert Menges. Fachwart Pflanzenschutz ist nun Andrea Jung, sie beerbt den ausscheidenden Marco Huber. Die Wahlen erfolgten einstimmig. Der Vorsitzende gab seiner Freude Ausdruck, dass sich mit Andrea Jung nun auch eine Frau bereit findet, an verantwortlicher Stelle im Verein mitzuarbeiten.

 

Eine weitere Neuerung in der Vereinsgeschichte stellte sich mit der Übernahme von Patenschaften ein. Ekkehard Thiel und Peter Hackenbruch übernahmen die ersten Patenschaften des Vereins.

 

Der Rückblick des stellvertretenden Vorsitzenden Jochen Wihl auf die Arbeiten des vergangenen Jahres machte schnell klar, warum 2009 das wohl ereignisreichste Jahr der bisherigen Vereinsgeschichte gewesen ist: Vorstellung der CD über die Grenzversteinerung von 1780 an der Rothenbacher Ortsgrenze; Dia-Vortrag über die Bergwelt Neapels; Nistkästenbau mit den Kommunionkindern; Aktion „Saubere Landschaft“; Aufbau eines Wildbienenhotels; Renovierung und Sicherung des wiedergefundenen „Waldbrunnen“ im Ortsteil Himburg; Teilnahme an dem Erntedankfest der Ortsvereine und Führungen in der Rothenbacher Lay waren nur einige der erwähnenswerten Veranstaltungen.



 

Westerwälder Zeitung vom Mittwoch, 7. April 2010, Seite 21