Westerwälder Zeitung vom 22. Dezember 2009:

 

Naturschützer auf historischen Spuren

 

Gemeinsam besuchten Rothenbacher die ehemalige Saynische Residenzstadt Hachenburg

 

ROTHENBACH. Der Naturschutzverein "Schutz Einheimischer Natur Rothenbach" (SEN) hatte seinen Mitgliedern - getreu seinem Grundsatz "einheimisch" - einen Tageausflug nach Hachenburg angeboten, an der 26 Vereinsmitglieder teilnahmen. Auf der Fahrt Richtung Hachenburg führte der Vorsitzende, Klaus Huber, die Teilnehmer in die historische Vergangenheit der ehemaligen Saynischen Residenzstadt ein. Dabei wies er darauf hin, dass bis Mitte des 20. Jahrhunderts die ehemalige Landstraße zwischen Hahn und Hachenburg noch zum Besuch des Katharinenmarktes in Hachenburg genutzt wurde.

 

Da diese sogenannte "Alte Poststraße" auch durch den Ortsteil Rothenbach-Obersayn ging, war Rothenbach praktisch direkt mit Hachenburg verbunden. Und diese historische Strecke war auch der Grund für die Auswahl des Zieles.

 

Nach der Ankunft wurde zuerst das Schloss Hachenburg besucht, und dieses beeindruckende Gebäudeensemble ließ die Gedanken um Hunderte von Jahren zurückschweifen. Ein deftiges Mittagessen im rustikalen alten Ratskeller passte

hervorragend in den Tagesablauf auf historischem Boden.

 

Als dann der Stadtführer Hermann Eulberg in historischem Gewand erschien, um die Gruppe zu einem Rundgang abzuholen, stimmte das Ambiente auf unterhaltsame Weise. Die folgenden zwei Stunden auf den historischen Spuren der gut erhaltenen Westerwälder Fachwerkstadt mit ihren sehenswerten Bauwerken, Kirchen und Brunnen mit ihren interessanten Geschichten wurden durch Eulberg so interessant gestaltet, dass die Wissbegierde immer wieder neu angefacht wurde. Alle Teilnehmer waren sich darin einig, dass diese Stadtführung ein besonderes Erlebnis war, an das man noch lange denken wird.

 

Zum Abschluss des gelungenen Ausfluges besuchten die Naturschützer die heimische "Hachenburger Brauerei". Auch dort erfolgte eine interessante Führung für die Teilnehmer und anschließend ein gemütliches Beisammensein bei einem leckeren Imbiss - und natürlich mit viel frischem Bier.

 

Westerwälder Zeitung vom Dienstag, 22. Dezember 2009, Seite 22

 

 

 

Westerwälder Zeitung

vom Donnerstag, 8. Oktober 2009, Seite 22.

"Museumsflachs" wurde auf dem Feld bei Rothenbach traditionell gereffelt

Die Arbeiten auf dem Flachsfeld bei Rothenbach sind beendet worden: Bei trockenem Wetter konnte der Flachs aus der Tauröste, wo er 16 Tage lang gelegen hatte, in handlichen "Stäuchelchen" gereffelt werden. Die Samenkapseln wurde dabei mit einem stabilen Reff abgestreift. Interessiert verfolgten die Kinder, Nachwuchs des SEN (Schutz einheimischer Natur), diese Arbeit, die sie nachher eifrig selbst ausführten. Dann wurden die Halme fachmännisch gebunden. Diese Gebinde wurden beim Erntedankfest in Rothenbach auf einem historischen Leiterwagen eingefahren. "Jetzt ist erst einmal Pause bis zum Frühjahr", erklärte die Vorsitzende des Westerburger Museumsvereins anno dazumal, Christine Klein, die allen fleißigen Helfern danken möchte. Im kommenden Jahr werden die Samenkapseln dann gedroschen, die "Stäuchelchen" mindestens drei Wochen ins Wasser zur Röste gelegt, was früher in der Brechkaut erfolgte. Dann kann der Flachs in der Sonne trocknen. Anschließend wird er gebrochen, geschwungen, gehechelt, gesponnen, gehaspelt und gewebt. Im Westerburger Trachtenmuseum (Neustraße) wird (neben vielen anderen schönen Dingen) der Weg vom Leinsamen bis zum Leinenhemd gezeigt. Geöffnet ist es donnerstags und sonntags von 14 bis 17 Uhr, weitere Vereinbarungen können mit Christine Klein getroffen werden (Telefon 02663/8854).

 
   

Westerwälder Zeitung

vom Donnerstag, 20. August 2009, Seite 22.

 

Im September Flachs ernten

Alte Kulturpflanze ist auf dem Acker in der Gemarkung "Ober der Wintergass" gut gediehen

Vom Leinsamen zum gewebten Leinen: Dieser Werdegang wird vom Westerburger Museumsverein "anno dazumal" mit einem Projekt dokumentiert. Nun naht die Ernte.

ROTHENBACH. Endspurt für das Großprojekt "Flachsanbau 2009" des Westerburger Museumsvereins "anno dazumal": Die Ernte naht. Gemeinsam hat der Vereinsvorstand mit Gisbert Menges den Termin für Samstag, 12. September, festgelegt. Geerntet wird von 9 Uhr an. Nach getaner Arbeit wird es eine traditionelle Brotzeit geben.

"Der Flachs reift. Es sind auch noch hier und da Blüten zu sehen", erläutert Vereinsvorsitzende Christine Klein. Wenn in rund vier Wochen die Erntearbeit beginnt, wird Hilfe gebraucht. "Der Flachs muss mit Wurzeln ausgerupft werden. Das hat man immer so gemacht, damit sich die Fasern nicht an eventuellen Schnittflächen lösen können", weiß Klein. Alle, die mithelfen möchten, mögen sich telefonisch bei ihr melden (02663/8854).

Nach der Ernte muss der Flachs in Reihen zur "Tauröste" auf dem Feld ausgelegt werden, wobei auch die restlichen grünen Blätter trocknen. So bleibt er dann einige Tage - bei hoffentlich gutem Wetter - liegen. Nun kann der Flachs zu großen Garben oder auch kleineren, handlichen "Stäuchelchen" eingesammelt werden.

Anschließend werden die Samenkapseln im Reff abgereffelt. Dies geschieht wahrscheinlich auch auf dem Feld. Für die Fasergewinnung muss der Flachs geröstet werden. Das war früher die "Brechkaut". Dort fand sowohl die Heißröste als auch die Nassröste statt. "Für die Heißröste machten die Leute früher Feuer in der Brechkaut - also in großen Kuhlen, die sie meist in den Gärten gruben -, legten dann Leitern über die Glut und trockneten so den Flachs", erzählt Klein. Das habe zu großen Bränden geführt und wurde deshalb vom 16. Jahrhundert an verboten. Nun bauten die Leute Steinöfen außerhalb der Ortschaften. Besucher erzählten Christine Klein, dass ihre Vorfahren in Gershasen den Flachs nach dem Brotbacken im Backofen trocknen wollten. Als sie vom Feld zurück kamen, schlugen ihnen die Flammen entgegen. So war die Arbeit eines Jahres weg.

Bei der Nassröste soll der Flachs bis zu drei Wochen in stehendem Wasser liegen. Dabei wird er mit Steinen beschwert. Anschließend wird er in fließendem Wasser ausgewaschen, um dann in kleinen Zelten zum Trocknen aufgestellt zu werden.

Nun folgen die weiteren Arbeitsschritte: Brechen, Schwingen, Hecheln, Spinnen, Haspeln, Weben, Schließlich wird die Wäsche genäht und mit Monogrammen sowie der Jahreszahl bestickt, wann das Stück gefertigt wurde.

Für das Projekt "Flachsanbau 2009" des Museumsvereins wurden Ende April auf dem Feld bei Rothenbach fünf Kilo Samen "Linum usitatissimum" (keimfähiger Faserflachs, Urflachs) per Hand auf traditionelle Weise ausgesät. Ziel des Museums ist es, mit diesem Projekt den Werdegang vom Samenkorn bis schließlich zum gewebten Leinen dokumentieren zu können - getreu dem Motto: "Selbst gesponnen, selbst gemacht ist die alte Volkstracht". Der "Flachsanbau 2009" ist eine Zusammenarbeit zwischen der Familie Menges, die auch das Feld kostenlos zur Verfügung stellt, dem SEN Rothenbach und dem Museumsverein "anno dazumal" Westerburg. Alle Arbeitsschritte werden genau dokumentiert.

Bestellt wurden etwa 320 Quadratmeter Ackerland in der Gemarkung "Ober der Wintergass" am Westerwaldsteig. Dank der günstigen Witterung ging der Flachs sehr gut auf, wuchs und blühte prächtig in blauer Rispenform. Das lässt auf eine reiche Ernte hoffen.

 
   

Westerwälder Zeitung

vom Mittwoch, 22. Juli 2009, Seite 16.

 

Wildbienenhotel in Rothenbach gebaut

Insektenunterkunft steht am Westerwaldsteig

ROTHENBACH. Der Naturschutzverein "Schutz Einheimischer Natur (SEN) Rothenbach" hat für neue Unterkunftsmöglichkeiten am Westerwaldsteig gesorgt. Allerdings nicht für die immer zahlreicher werdenden Wanderer auf dem schönen Natursteig, sondern für die schutzbedürftigen Wildbienen. Diese artenreiche Insektengruppe hat in unserer modernen Landschaft zunehmend Probleme, eine Unterkunft für ihre Nachkommen zu finden.

In Zusammenarbeit mit dam Nabu, der Kreisverwaltung in Montabaur und der Verbandsgemeinde Westerburg wurde ein passender Platz für die Einrichtung einer Anlage gesucht, die den Insekten eine Vielzahl von Unterkunftsmöglichkeiten bietet. Zum einen sollte der Platz im Sommer optimal im Gelände gelegen sein, andererseits nicht unweit von Feuchtflächen und nach Möglichkeit auch in unmittelbarer Nähe des Westerwaldsteigs, damit interessierte Wanderer die interessante Anlage nicht übersehen. Nach eingehender Prüfung fand sich ein idealer Ort auf dem vereinseigenen Feuchtbiotop Grafschaft des SEN Rothenbach.

Der Rothenbacher Naturschutzverein freut sich, dass die Anlage, die im Rahmen von Projektarbeiten konstruiert worden war, ihren Standplatz in Rothenbach gefunden hat. Es ist wieder eine weitere Aktion, die der Natur im Westerwald helfen soll, schwere Zeiten zu überstehen.

 
   

Westerwälder Zeitung

vom Mittwoch, 3. Juni 2009, Seite 25.

 

Rothenbacher Naturschutzverein stellte Wehr auf

SEN hat das "Freilichtmuseum" um ein sehenswertes Stück erweitert - Relikte aus der Dorfgeschichte werden erhalten

ROTHENBACH. Der Rothenbacher Naturschutzverein "SEN Rothenbach" hatte zur offiziellen Übergabe eines renovierten Wehres eingeladen, um den Abschluss seiner Renovierungsarbeiten mit einem Umtrunk zu feiern. In Rothenbach hatte man 1932 ein Wehr in den Rotbach eingebaut, mit dessen Hilfe die Rothenbacher Einwohner ihre Gärten und Felder in den Fluren Herzwiese und Leimentriesch bei Bedarf bewässern konnten.

Das war die einfachste Möglichkeit, schnell und kostengünstig den Ertrag zu steigern. In der damals wirtschaftlich schwierigen Zeit war dies überaus wichtig, um die ausreichende Selbstversorgung der einheimischen Bevölkerung mit Nahrung zu sichern. Etwa 30 Jahre lang hat diese Anlage dann ihre hilfreichen Dienste erbracht, bis in den 1960er-Jahren des vorigen Jahrhunderts die grundlegenden Umwälzungen und Neuerungen in der Landwirtschaft dazu geführt haben, dass man die Anlage einfach nicht mehr brauchte.

Seit dieser Zeit hat die Anlage als Relikt aus alten Zeiten und kaum noch beachtet im Bett des Rotbaches ihr Dasein gefristet, und der Zahn der Zeit hatte kräftig daran genagt. Als 2008 die Gefahr bestand, dass diese Anlage endgültig verloren gehen könnte, hat sich der Rothenbacher Naturschutzverein auf Anregung von Alfred Margraf eingeschaltet und mit der Ortsgemeinde über den weiteren Verbleib verhandelt. Schnell wurde die Lösung gefunden, dass der Umweltverein, der sich bisher mit seiner "historischen Abteilung" schon mehrfach um den Erhalt älterer Relikte aus der Ortsgeschichte verdient gemacht hat, das alte Wehr nach der Renovierung als Denkmal auf dem Dorfplatz in Rothenbach aufbaut.

Nachdem die Arbeiten nun abgeschlossen waren, hatte der SEN Rothenbach zur offiziellen Übergabe an die Ortsgemeinde eingeladen. Bei allen Helfern, vor allem Peter Hackenbruch und Sascha Krings, sowie bei den Firmen Herzmann (Rothenbach-Obersayn) und Schwarz (Rothenbach) bedankte sich der Vereinsvorsitzende Klaus Huber ausdrücklich. Nach einem Rückblick auf die Geschichte der Anlage und den Neuaufbau mit einem angedeuteten und mit Basalt-Natursteinen gepflasterten Bachlauf meldete er: "Das Wehr steht wieder."

Ortsbürgermeister Axel Huber bedankte sich für das Engagement des Vereines. Die Gemeinde sei froh darüber, dass der SEN Rothenbach das "Freilichtmuseum" um ein weiteres sehenswertes Teil erweitert habe. In diesem Zusammenhang ging er darauf ein, dass der Verein bereits viele Teile aus der Vergangenheit gesammelt hat - vor allem landwirtschaftliche und handwerkliche Gerätschaften - für deren Unterbringung noch ein Heim gesucht werde. Wer über eine geeignete Räumlichkeit verfüge, möge sich mit der Gemeinde in Verbindung setzen.

Nach dem formellen Teil der Veranstaltung waren alle Anwesenden eingeladen, sich mit Getränken zu erfrischen. Die Feier zog sich noch bis weit in die Abendstunden hin. Man schwelgte in Erinnerungen aus der Jugendzeit an das alte Wehr und schmiedete auch bereits neue Pläne für weitere Unternehmungen des Naturschutzvereines. Es bleibt zu wünschen, dass der Verein weiterhin auf viele freiwillige Helfer zählen und sich weiterhin so positiv in das Ortsleben einbringen kann.

 
   

Westerwälder Zeitung

vom Dienstag, 28. April 2009, Seite 20.

 

Wie einst den Urflachs ausgesät

In etwa einer Woche könnte das Feld bei Rothenbach schon grün sein

ROTHENBACH. Es ist geschafft: Der Flachs konnte nun bei Rothenbach bei schönem, leider etwas windigem Wetter ausgesät werden. Etwa 20 Interessierte schauten dabei zu.

"Wir nennen das Großprojekt Flachsanbau 2009. Es ist eine Zusammenarbeit zwischen der Familie Menges, die auch das Feld dankenswerterweise kostenlos zur Verfügung stellt, dem SEN Rothenbach und dem Museumsverein ,anno dazumal" Westerburg", informiert Christine Klein (Vorsitzende des Museumsvereins).

Der Acker befindet sich in der Gemarkung "Ober der Wintergass" am Westerwaldsteig 4. Auf etwa 320 Quadratmetern wurde ein langer, etwa vier Meter breiter Streifen entlang des Kartoffelackers bestellt. Gisbert Menges säte aus der historischen Saatschüssel - eine Art Nierenschale, die um den Hals gehängt wird und aus dem Museum stammt.

Fünf Kilogramm Samen wurden dazu von einer Sämerei bereits im März geliefert. Dabei handelt es sich um die Sorte "Linum usitatissimum" - keimfähiger Faserflachs, Urflachs.

Natürlich wurde von Hand gesät. Anschließend wurde mit einer kleinen Egge darüber gefahren, damit der Samen in die Erde kommt. Die Egge wurde von Gisbert Menges und seinem Sohn Stefan gezogen. Danach wurde die Erde mit einer kleinen Walze, die ebenfalls von Gisbert und Stefan Menges gezogen wurde, etwas angedrückt. Der Acker wurde mit kleinen Weidenruten abgesteckt. An die Weidenruten sind flatternde Bänder gebunden, um die Vögel zu vertreiben, damit sie nicht den Samen aufpicken bevor er aufgeht. Fritz Kümmel (Filmclub Westerburg) filmte alles und wird auch die folgenden Arbeitsschritte für die Nachwelt auf einer DVD festhalten.

Nach getaner Arbeit wurde, wie früher üblich, eine typische Brotzeit gereicht. Familie Menges servierte belegte Brote aus eigener Herstellung. Auch erfrischende Getränke gab es.

Wenn das Wetter günstig ist, könnte in etwa zehn Tagen das Feld schon grün sein. Etwa Ende Mai, Mitte Juli könnte der Flachs blühen und Ende September geerntet werden. Die Überlieferung sagt: "Um den 100. Tag des Jahres säen (etwa um den 10. April; da war Ostern, weshalb der Termin verschoben wurde). Nach etwa 75 Tagen blüht der Flachs, nach weiteren 75 Tagen ist er reif. Wenn das Wetter günstig ist. So Gott will. Wir beten und hoffen."

 
   

Westerwälder Zeitung

vom Mittwoch, 15. April 2009, Seite 22.

 

Flachs wird wie anno dazumal ausgesät

Acker bei Rothenbach ist bereits vorbereitet - Umweltverein unterstützt die Aktion mit Schaukasten

ROTHENBACH. "Selbst gesponnen, selbst gemacht, ist die alte Volkstracht" heißt es im Westerburger Trachtenmuseum. Doch bevor das Leinen verarbeitet werden kann, muss erst einmal der Flachs auf den Feldern wachsen. Vom Samenkorn bis zum gewebten Leinen will der Museumsverein "Anno Dazumal" den Werdegang dokumentieren. Der geplante Flachsanbau in Rothenbach rückt immer näher: Bei entsprechender Witterung soll am Samstag, 18. April, 10 Uhr, ausgesät werden. "Natürlich von Hand, wie anno dazumal", freut sich die Museumsvereinsvorsitzende Christine Klein.

Der Acker ist bereits vorbereitet. Er hat eine Größe von etwa 320 Quadratmetern und befindet sich in der Gemarkung "Ober der Wintergass" am Westerwaldsteig 4.

Das Aussäen wird etwa eine gute Stunde dauern. Wie früher werden dabei Gisbert und Sohn Stefan Menges über den Acker schreiten. Anschließend wird es nach getaner Arbeit auf dem Feld eine Brotzeit geben.

"Auf dem Acker wird auch ein Schaukasten stehen, mit welchem wir die anstehenden Arbeitsschritte ankündigen werden", verrät Klein. Er wurde vom SEN Rothenbach aufgestellt, der unter der Leitung seines Vorsitzenden Klaus Huber das Projekt engagiert unterstützt. Wie Klein weiter informierte, werden die kommenden Produktionsphasen schon fleißig geplant und vorbereitet. So übt beispielsweise der Spinnclub Nomborn schon emsig mit dem Spinnrad sowie der Spindel das Flachsspinnen.    (bau)

 
   

Westerwälder Zeitung

vom Mittwoch, 25. März 2009, Seite 16.

 

Altes Rotbachwehr findet bald ein neues Zuhause

Naturschutzverein SEN Rothenbach hat sich fürs laufende Jahr viel vorgenommen - Pflegemaßnahmen durchführen

ROTHENBACH. So viele Umweltschützer wie lange nicht mehr konnte Vorsitzender Klaus Huber zur Jahreshauptversammlung des Vereins "Schutz Einheimischer Natur" (SEN) im Schulungsraum der Feuerwehr begrüßen. Die Versammlung gedachte zugleich des in 2008 verstorbenen Mitgliedes Berthold Horn aus Rothenbach-Himburg, der in seiner Eigenschaft als örtlicher Landwirt dem SEN stets eine große Stütze bedeutet habe.

Im Jahresrückblick des stellvertretenden Vorsitzenden Jochen Wihl fanden vor allem die Pflegearbeiten im Bereich des geschützten Landschaftsbestandteiles "Rothenbacher Lay" ihren Niederschlag, die unter zum Teil schwierigsten Bedingungen hätten durchgeführt werden müssen, um der sonst überhandnehmenden Verbuschung beizeiten vorzubeugen. Erwähnt wurden ferner die zahlreichen Führungen von Schulklassen und Kindergartenkindern, um ihnen schon im frühen Alter den Eindruck zu vermitteln, wie schön die heimische Natur nun einmal sein kann. Ebenso habe der kreisweite Beitrag zur sauberen Landschaft, so Wihl, den Rothenbacher SEN gleichfalls besonders aktiv gesehen.

Im Rahmen seiner Berichterstattung kündigte Gisbert Menges, Fachwart für Umweltschutz, für 2009 den Anbau von Flachs (Faserlein) an mit dem Zusatz, die dafür benötigten Ländereien - zum Ausgleich für den für dieses Vorhaben ungeeigneten Lehr-Acker des SEN - zur Verfügung stellen zu wollen. Die weitere Aufbereitung der Flachsstauden soll dann unter Federführung durch Christine Klein vom Trachtenmuseum Westerburg erfolgen und zeigen, wie das Rösten und Brechen der Flachsstängel in früherer Zeit einmal vonstatten ging. Als Fachwart für Tierschutz unterrichtete Rainer Hastrich die Versammlung vor allem über die Fledermaus-Population in den Überwinterungsquartieren der "Rothenbacher Lay", die sich nach der neuesten Kontrolle aus fünf Fledermaus-Arten zusammensetze. Allerdings könne hier nicht von einer gewissen Beständigkeit gesprochen werden, bemerkte Hastrich, da die Zahl der im Winterquartier anzutreffenden Tiere zahlreichen Umweltschwankungen unterworfen seien. Trotz beachtlicher Aufwendungen noch mit einer recht ordentlichen Finanzbasis aufwarten zu können, war Aufgabe von Vereinsschatzmeister Stefan Menges, dessen solide Wirtschaftsführung von Kassenprüfer Andreas Backes ausdrücklich gewürdigt wurde.

Was Huber in seiner Vorschau auf 2009 an Vorhaben alles anzukündigen hatte, war schon eine ganze Menge und in jeder Hinsicht der Rede wert. So stehe der SEN zunächst, was die Absicherung der Krötenwanderung angehe, auch den Behörden gegenüber in der Pflicht, vor allem, was die Vollsperrung der K 78 zwischen Obersayn und Arnshöfen anbetreffe. Des Weiteren müssten umfangreiche Pflegemaßnahmen an den Biotopflächen in den Distrikten Grafschaft und Struth-wiese erledigt werden, wie es auch beschädigte Schautafeln und Grenzsteine instand zu setzen gelte. Hinzu komme die Restaurierung des oberhalb Himburg befindlichen "Waldbrunnens", die Beteiligung an der Ausrichtung des diesjährigen Erntedankfestes auf dem ehemaligen Schulgelände, wie letztlich der SEN eine ganze Anzahl von Anfragen wegen naturkundlichen und heimatgeschichtlichen Führungen zu berücksichtigen habe. Wäre diese Projektfülle ohnehin schon ausreichend, so stehe dem Verein mit der Wiedererrichtung des ehemaligen Rotbachwehres aus der Herz-wiese auf dem Dorfplatz eine außergewöhnliche Aufgabe ins Haus, wozu als Termin für die Einweihungsfeierlichkeit Samstag, 16. Mai, bereits verbindlich festgelegt worden sei, wie Klaus Huber die Versammlung unterrichten konnte. Durch Inangriffnahme dieser Maßnahme könne ein Stück ehemaliger Daseinsvorsorge aus dem Jahre 1932 vor dem Verfall gerettet werden und damit der Ortsgeschichte erhalten bleiben. Da Helmut Schlag aus gesundheitlichen Gründen sein Vorstandsmandat aufgeben musste, wurde der ehemalige Fachwart für Tierschutz, dem die heimische Vogelwelt stets besonders am Herzen lag, vom Vereinsvorsitzenden Huber besonders geehrt und mit einem Erinnerungspräsent ausgezeichnet. Besondere Anerkennung fand auch der unermüdliche Umwelteinsatz der beiden Jugendlichen Valentino Parisi (16) und Maximilian Stahl (15), der gleichfalls durch den Vorsitzenden seine öffentliche Anerkennung fand.

Dass die Gemeinde stolz ist auf ihren SEN und damit auf die von ihm geleistete Arbeit zur Erhaltung der heimischen Umwelt, gab Ortsbürgermeister Axel Huber nachdrücklich zu erkennen. Eine Körperschaft, wenn man so wolle, die sich aus dem Ortsbild von Rothenbach einfach nicht mehr wegdenken lasse.

 
 
   

Westerwälder Zeitung

vom Freitag, 20. Februar 2009, Seite 21.

 

Fantastischer Dia-Vortrag führte auf das "Dach der Welt"

Hans-Werner und Marianne Rickes berichteten in Obersayn von Nepal

OBERSAYN. Der Naturschutzverein SEN Rothenbach hatte zu einem Dia-Vortrag in das Dorfgemeinschaftshaus im Ortsteil Obersayn eingeladen. Trotz widriger Verkehrsverhältnisse konnte Vorsitzender Klaus Huber eine fast unerwartet hohe Zahl von interessierten Besuchern begrüßen.

An diesem Abend nahmen Hans-Werner Rickes und seine Ehefrau Marianne die Besucher mit auf eine Expedition nach Nepal. Die Familie wohnt in Nisterau und verbringt ihre Freizeit am liebsten auf den hohen Bergen der Welt. Eines ihrer bisherigen Ziele in Nepal war der 7145 Meter hohe Berg Pumo-Ri auf dem sogenannten "Dach der Welt". Ihre authentischen Bilder zeigten die Hauptstadt Katmandu und die dortige Kultur und Natur in beeindruckenden Bildern.

Die abenteuerliche Busfahrt in Richtung Mount Everest zog auch jetzt noch die Zuschauer in ihren Bann. Doch nach 180 Kilometern war das vergleichsweise Bequeme zu Ende und man musste mit einheimischen Trägern bei schlechter Witterung weiterziehen, bis auch dieses nicht mehr möglich war und die Lasten auf die geduldigen Yak-Rinder verteilt werden mussten.

Unter Aufsicht einen nepalesischen Offiziers wurde der überaus anstrengende Rest der Strecke zu Fuß bewältigt. Mit der Ankunft im Basislager besserte sich das Wetter derart, dass man sich in einer traumhaften Kulisse mit den höchsten Bergen ringsum befand. Abenteuerliche und auch traurige Erlebnisse begleiteten den Aufenthalt im Basislager. Trotz einer Erkrankung von Marianne Rickes hat diese doch den anstrengenden Aufstieg über Lager I und Lager II und auch noch die Gipfelbesteigung geschafft und persönlich die Ausblicke erlebt, die jetzt die Zuschauer nur staunen ließen. Nach glücklicher Genesung von Marianne Rickes haben die beiden anschließend noch durch Rafting auf wilden Flüssen ihren Aufenthalt langsam ausklingen lassen, nicht zuletzt, um ihren Körpern Gelegenheit zu geben, sich wieder an "normale" Bedingungen zu gewöhnen. Zum Abschluss der Veranstaltung dankte Klaus Huber der Familie Rickes für die - wohl den meisten Besuchern - total neuen und aufregenden Einblicke in eine fremde Welt und für die mitreißenden Schilderungen zu den fantastischen Bildern.

 
   

Westerwälder Zeitung

vom Dienstag, 27. Januar 2009, Seite 19.

 

Heimatgeschichte lebendig vermittelt

Klaus Huber beleuchtete in Rothenbach die Historie regionaler Grenzsteine

Wer in den heimischen Fluren wandert, stößt immer wieder auf alte Grenzsteine. Welche Bedeutung sie einst hatten, dazu forschte Klaus Huber.

ROTHENBACH. Wie kann man trockene Studien zur Regionalgeschichte anschaulich und spannend vermitteln? Klaus Huber, der Vorsitzende des SEN (Schutz einheimischer Natur) Rothenbach, hatte dazu einen glücklichen Einfall: Seine Präsentation zur "Geschichte der kurtrierischen, oranien-nassauischen und sayn-hachenburgischen Grenzsteine an der Ortsgrenze Rothenbach zu den Nachbargemeinden Langenhahn, Bellingen und Wölferlingen" wurde im Kleinen Haus von Rothenbach durch Auftritte des Petermännchen-Theaters gewürzt. Der Zeitsprung ins 18. Jahrhundert gelang, wurde spannend und lebendig.

"Die Zeit um 1750 war für die Bevölkerung im Westerwald keine ,gute alte Zeit", sondern geprägt von bitterer Armut", informierte Huber über die Hintergründe zahlreicher Grenzstreitigkeiten. Erbittert wurde auch von den Rothenbachern jedes Fleckchen Weide oder Wald verteidigt, um überleben zu können. In der Wahl der Mittel waren die Kontrahenten nicht zimperlich, wie ein Blick in die damaligen amtlichen "Anzeigen" verraten: Da wurde gepfändet und mit Äxten übel geschlagen, gelästert und geraubt.

Zügig wurden solche Konflikte wie die zwischen Rothenbach (Himburg) und Langenhahn oder auch Wölferlingen nicht gelöst, zumal die Grenzen zwischen den Orten zugleich die zwischen Ländern darstellten. In einer für unser Sprachverständnis schier unsäglich umständlichen Amtssprache ging es da jahrzehntelang hin und her, wurden "fußfälligste Bitten" an die "hochedelgeborene" Obrigkeit gerichtet, ehe gehandelt wurde und eine Vereinbarung zustande kam.

Der gelungene Einblick in die geschichtlichen und menschlichen Hintergründe für die damals erfolgte Grenzfestlegung war die Vorgeschichte zur Präsentation der neuen CD-Rom-Dokumentation "Geschichte der kurtrierischen, oranien-nassauischen und sayn-hachenburgischen Grenzsteine an der Ortsgrenze Rothenbach zu den Nachbargemeinden Langenhahn, Bellingen und Wölferlingen", herausgegeben von Thomas Stühn (Werbebahnhof Enspel). Dabei wurden die Zuschauer auf einem virtuellen Spaziergang entlang der Grenzsteine geführt.

Abschließend dankte Huber allen Sponsoren, die das Projekt unterstützten. Die CD (10 Euro) und der ausgedruckte Text (5 Euro) können beim SEN erworben werden.

   Angela Baumeier

 
   

Westerwälder Zeitung

vom Mittwoch, 21. Januar 2009, Seite 15.

 

Historie der Heimat wird erklärt

ROTHENBACH. Der Naturschutzverein SEN Rothenbach präsentiert am Donnerstag, 22. Januar, 20 Uhr, im "Kleinen Haus" in Rothenbach die CD "Geschichte der kurtrierischen, oranien-nassauischen und sayn-hachenburgischen Grenzsteine an der Ortsgrenze Rothenbach zu den Nachbargemeinden Langenhahn, Bellingen und Wölferlingen". Die geschichtlichen und menschlichen Hintergründe für die damals erfolgte Grenzfestlegung und der sich daraus ergebenden Grenzverschiebungen zwischen den Ortschaften und damit gleichzeitig auch zwischen Grafschaften und Fürstentümern werden mit tatkräftiger Unterstützung durch das "Petermännchen-Theater" anschaulich dargestellt werden.

 
   

Westerwälder Zeitung

vom Dienstag, 13. Januar 2009, Seite 19.

 

Vier Herren trafen sich an einem Stein

Dreikönigszusammenkunft am "Vierherrenstein" war ein voller Erfolg

Wo drei Gebiete zusammenstießen, pflegten einst beim Grenzbegang die Eigentümer derselben zum Zeichen nachbarschaftlicher Freundschaft an einem gemeinschaftlichen Tisch zusammenzukommen, um politische Fragen zu diskutieren. Diese Tradition wurde am "Vierherrenstein" wiederbelebt.

WESTERWALDKREIS. Nicht vier Herren, sondern rund 100 Frauen, Männer und Kinder machten sich bei schönstem Winterwetter auf den Weg zum "Vierherrenstein". Sie nahmen teil am ersten "Dreikönigstreffen", mit dem eine alte Tradition wiederbelebt wurde: Einst kamen an der Stelle, wo die Gemarkungen der Ortsgemeinden Linden, Lochum, Rotenhain und Wölferlingen aneinanderstoßen, die "Herrscher" zusammen, um wichtige Grenzangelegenheiten zu erörtern. Nun führten Beigeordneter Werner Klöckner (Lochum) sowie die Ortsbürgermeister Wilfried Baesener (Linden), Arnold Wengenroth (Wölferlingen) und Hubertus Limbach (Rotenhain) ihre "Gefolgschaft" an, um an historischer Stelle gemütliche Stunden zu verleben.

Für die Bewirtung sorgte die Freiwillige Feuerwehr Lochum unter der Leitung ihres Wehrführers Tomm Schwertel. Eine Gastabordnung kam auch aus dem Kur-Trierschen dazu: Es waren Mannen aus Rothenbach, die vom Vorsitzenden des SEN, Klaus Huber, geleitet wurden.

Das "Dreikönigstreffen" war urig und wurde mit viel Humor gewürzt, der ebenso wie das Lagerfeuer und die heißen Getränke den Frost nicht spüren ließen. Nach der zünftigen Begrüßung durch Klöckner ging Heini Leicher (Vorsitzender des Westerwald-Vereins, Zweigstelle Hachenburg) auf die Historie des "Drei- beziehungsweise Vierherrensteins" auf der Grenze der vier Gemarkungen ein. Wie er ankündigte, soll es im kommenden Jahr wie einst einen Tisch geben, an dem die "Herren" zu ihren Verhandlungen Platz nehmen können.

"Dieser Grenzpunkt liegt an der Route der alten Poststraße. Hier wurde laut Unterlagen des Hessischen Hauptarchivs in Wiesbaden 1747 der Dreiherrenstein gesetzt. Weiterhin besagen die Unterlagen des Hauptarchivs von 1687, dass an dieser Stelle ein Stein stand, der 1525 gesetzt und Vierherrenstein genannt wurde", erläuterte dann Wengenroth. Leider sei dieser Stein nicht mehr vorhanden. Deshalb sei es notwendig, eine neue Steinsetzung vorzunehmen. Ein Vorschlag, der viel Beifall fand. Zudem sagte Peter Klöckner, Bürgermeister der VG Hachenburg, in wohlfeilen Worten an die "edlen Herren" spontan zu, für die Anschaffung dieses Steines sorgen zu wollen. Hubertus Limbach überraschte seine Kollegen mit einem Beschlussvorschlag zu den weiteren Treffen, der einstimmig angenommen wurde (siehe "Im Detail"). "Die Westerwälder lieben ja die Tradition. Man sieht, es wird gut angenommen", freute sich Baesener. Er wünschte, dass dieses Treffen über lange, lange Jahre aufrechterhalten werden könne.

Die Wäller haben jedoch nicht nur Freude an originellen Einfällen, sondern sind auch historisch interessiert. So brachte beispielsweise Herbert Groß einen Lageplan des "Vierherrensteins" aus dem Jahr 1744 mit, den sein Vater, der Heimatforscher Paul Groß (Wölferlingen), in Archiven gefunden und übersetzt hatte. (Wer sich für eine Kopie des Plans interessiert, kann sich an Groß wenden).

Ein weiteres interessantes Schriftstück hatte Flurschütze Günther Baldus aus Enspel im Gepäck dabei: Es war die Kopie eines Artikels in der Westerwälder Zeitung vom 30. Dezember 1988. Berichtet wird darin davon, dass sich damals schon einmal Vertreter der vier Ortsgemeinden mit dem Ziel am "Vierherrenstein" trafen, den "guten alten Brauch" wieder aufleben zu lassen.   Angela Baumeier