Westerwälder Zeitung

vom Freitag, 1. Juni 2007, Seite 16.

Natur begreifen

Exkursion führt in die Rothenbacher Lay

ROTHENBACH. Der Naturschutzverein SEN Rothenbach und die Jugendpflege der Verbandsgemeinde Westerburg laden für Freitag, 1. Juni, 16 Uhr, zu einer Exkursion an die Wasserflächen der Rothenbacher Lay ein. Dabei wird Roger Best (NABU) das vielfältige Leben unter dem Wasserspiegel erläutern. Zu der Exkursion, die nicht für Kinder und Jugendliche gedacht ist, treffen sich alle Interessierte am Naturfreundehaus Alte Schmiede (an der L 304 beschildert). Die Teilnahme ist kostenlos.

Westerwälder Zeitung

vom Dienstag, 6. März 2007, Seite 19.

Nistkästen mit dem Opa bauen

ROTHENBACH. Gemeinsam mit dem Rothenbacher Verein "Schutz einheimischer Natur" (SEN) lädt die Jugendpflege der VG Westerburg für Samstagvormittag, 24. März, zu einer Aktion für die ganze Familie ein. Im "Kleinen Haus" von Rothenbach können Kinder und Jugendliche mit ihren Eltern und Großeltern unter fachkundiger Anleitung Nistkästen bauen. Für bereits vorbereitetes Material entsteht ein Kostenbeitrag von 5 Euro.

Westerwälder Zeitung

vom Donnerstag, 1. März 2007, Seite 16.

Rothenbachs Naturschützer sind aktiv

Umweltarbeit des Vereins "Schutz Einheimischer Natur" (SEN) findet überregionale Anerkennung

ROTHENBACH. "Wir können stolz sein auf das, was wir geleistet haben", erklärte Vorsitzender Klaus Huber bei der Jahresversammlung des Rothenbacher Umweltvereins "Schutz Einheimischer Natur" (SEN) im Schulungsraum der Freiwilligen Feuerwehr. Im Selbstbewusstsein darauf, nicht nur vom Umweltschutz geredet, sondern ihn praktiziert zu haben, verwies Huber auf die große Anerkennung, die der SEN über die Heimatgemeinde hinaus genieße. Diese Akzeptanz ermuntere, auf dem eingeschlagenen Weg zielbewusst fortzuschreiten.

Mit einem Diavortrag erinnerte der stellvertretende Vorsitzende Jochen Wihl an die Aktivitäten des vergangenen Jahres. Großen Anklang fanden 2006 die Baumschnittkurse. Der SEN pflegte eine (ein Hektar große) Brachfläche im Distrikt Struthwiese als Feuchtbiotop. Der Verein bot für Kindergärten Führungen durch die Rothenbacher Lay an. Ferner richtete er heimatkundliche Wanderungen und einen sogenannten "Apfeltag" aus. Außerdem wurden im früheren Verladebereich der Lay Refugien für Fledermäuse geschaffen. Zudem gab es noch einen Fachvortrag für Imkerfreunde. Erfreut wies Wihl darauf hin, dass die Kommunalpolitiker der CDU auf ihrer heimatkundlichen Exkursion die Rothenbacher Lay aufgesucht hatten.

Mehrere Fledermausarten

Wihl informierte über die Ergebnisse der Fledermauskontrollen, die im Stollensystem des Steinbruches durchgeführt wurden. Nachgewiesen wurden die unterschiedlichsten Arten wie Bart-, Wasser-, Fransen- und Zwergfledermaus sowie Braunes Langohr und großes Mausohr. Die Belegungsdichte variiere zwischen 10 und 20 Tieren; eine Tatsache, die Ornithologen bislang nicht klären konnten. Besonders angetan hatte es Wihl der einstige Tiefgang am südlichen Bruchausläufer, in dem die Karausche - eine auf der "Roten Liste" stehende Fischart - neuerdings anzutreffen sei und eine Länge von bis zu 50 Zentimeter erreiche.

Als Fachwart für Pflanzenschutz teilte Gisbert Menges mit, dass im Rahmen der stattgefundenen Flurordnung im Distrikt Bornwiese eine Biotopfläche von etwa 1,5 Hektar ausgewiesen worden sei. In diesem Zusammenhang wurden Teiche und Tümpel als Sammelbecken für anfallende Oberflächengewässer künstlich angelegt. Durch die neue Nutzungsart sei in diesem Areal eine regelrechte Ruhezone für viele Wild- und Wassertiere entstanden, in der wieder Bekassine, die Waldschnepfe, der Kiebitz wie auch eine Vielzahl an Schmetterlingsarten heimisch wurden.

Als zufriedenstellend bezeichnete Schatzmeister Stefan Menges die wirtschaftliche Grundlage des Vereins. Das bestätigte Kassenprüfer Bertwin Aust. Die Mitglieder entlasteten den Vorstand.

In seiner Vorschau auf 2007 verwies Klaus Huber auf die in der "Grafschaft" und in der Struthwiese anstehenden Pflegemaßnahmen. Baumschnittkurse werden angeboten, der Vorführacker in der Flur Weißehub wird bestellt, und es wird Kinderschulungen zum Bau von Nistkästen geben. In die Pflege einbezogen werden soll auch der große Steilhang in der Lay. Zudem sind heimatkundliche Wanderungen für Kinder und Erwachsene geplant.

Ortsgemeinde fördert

Die von den Mitgliedern des SEN geleistete uneigennützige Umweltarbeit könne gar nicht hoch genug geschätzt werden, dankte Ortsbürgermeister Axel Huber. Der Verein könne daher auch künftig mit einer Unterstützung durch die Ortsgemeinde Rothenbach rechnen.

   Klemens Metzger

17.02.2007
(Westerwälder Zeitung)

Der Schwarzstorch kehrt zurück

Der selten gewordene Vogel ist wieder in seiner alten Heimat aufgetaucht - Vortrag in Rothenbach erlaubte Blick in den Horst

Weißes Röckchen, rote Strümpfe: So kennt man doch den (Klapper-) Storch. Es gibt aber auch dunkle Artgenossen, wie ein Vogelkundler bei einem Abend in Rothenbach vielen Naturfreunden ausführlich erklärte. Die frohe Botschaft dabei lautete: Der Schwarzstorch lässt sich wieder im Westerwald blicken.
 
ROTHENBACH. "Der Schwarzstorch kehrt zurück", so hieß das Vortragsthema, zu dem der Rothenbacher Umweltvereins "Schutz einheimischer Natur" (SEN) Natur- und Vogelfreunde in den Schulungsraum der Freiwilligen Feuerwehr in Rothenbach eingeladen hatte. Vereinsvorsitzender Klaus Huber konnte viele Interessenten begrüßen.

Sein besonderer Willkommensgruß galt dem Referenten Günter Wagner (Nassau), Mitglied der Gesellschaft für Naturschutz und Ornithologie. Er wurde von der Vogelwarte Hessen-Rheinland-Pfalz und Saarland mit der Betreuung eines Storchenhorstes im Naturpark Nassau beauftragt. "Der Schwarzstorch, lateinischer Name Cigonia nigra, ist nach mehr als 100 Jahren bei uns neuerdings wieder heimisch geworden", berichtete Wagner. Für Deutschland seien insgesamt 450, für Rheinland-Pfalz 30 und für den Raum Alpenrod im Westerwald sogar zwei bis drei Storchenpaare nachgewiesen worden. Hieraus lasse sich ableiten, dass die überaus seltene Vogelart - dank menschlicher Hilfe - ihre einstmaligen Brutreviere wieder zurückzuerobern beginne.

Der Schwarzstorch hat eine durchschnittliche Flügelspannweite von zwei Metern, ein Fluggewicht von 2,4 Kilo und erreicht ein Lebensalter von 18 Jahren. Sein Revier erstreckt sich auf Bäche, Tümpel und Weiher. Außer Fischen als Hauptnahrungsart finden sich noch weitere 30 Tierarten auf seinem Speiseplan.

Anhand eines exzellenten Filmvortrages ließ Wagner die Besucher einen Blick in den Nassauer Storchenhorst und damit zugleich in die Kinderstube der Jungstörche werfen. Sie konnten auch deren Werdegang bis hin zur Flugreife nach etwa 70 Tagen begleiten. Dabei war zu erkennen, wie sorgfältig von den Storcheneltern der in 15 Metern Höhe, dazu in der Baumkrone einer knorrigen Eiche angelegte Brutplatz ausgesucht worden war. Und das sowohl hinsichtlich der Flugschneise als auch der ruhigen Lage und des Nahrungsangebotes im Umland.

In diesem Zusammenhang betonte der Vogelkundler, dass der Storchenhorst im Naturpark Nassau wohl der schönste in Rheinland-Pfalz sei. Er informierte, dass der Horst ständig unter seiner behutsamen Beobachtung stehe, damit sich die Storcheneitern ungestört ihren Nestlingen widmen könnten. Seien Holzfällungen und Lärmbelästigungen jeglicher Art der Aufzucht ohnehin schon abträglich genug, so reagierten die Altvögel auf Gleitschirme geradezu allergisch.

Das Fütterungszeremoniell der Jungstörche sowie deren soziales Verhalten schon gleich nach dem Schlüpfen versetzte die Besucher in helles Erstaunen. Ebenso beeindruckte, dass die Jungstörche bereits kurze Zeit nach ihrem Erstflug vor der 5000 Kilometer langen Reise zu den Winterquartieren im westafrikanischen Mali und Senegal nicht zurückschrecken. Dabei sind Tagesleistungen von rund 200 Kilometern zu bewältigen.

Abschließend wies Wagner darauf hin, dass der Schwarzstorch als Nistplatz die schattigen Baumkronen von etwa 80 bis 100 Jahre alten Buchen und Eichen in einem Umfeld bevorzugt, das eine ungestörte Nahrungssuche und Aufzucht der Nestlinge garantiert. Ihm dabei behilflich zu sein, hätten sich die heimischen Vogelschützer mit zu ihrer Hauptaufgabe gemacht.

Für seine lehrreiche Exkursion in die Welt der Schwarzstörche wurde Wagner reichlich Beifall gespendet. Wie Klaus Huber betonte, sei zu hoffen, dass sich der seltene Vogel auch einmal die Waldungen rund um die Rothenbacher Lay als Horstplatz aussuchen möge.(km)