10.03.2006
(Westerwälder Zeitung)

Vereins-Aktionen kommen stets der Natur zugute
 
Rothenbacher Umweltgruppe SEN brachte 2005 viele Projekte zu Ende - Stolz Bilanz gezogen und Vorstand gewählt
 
ROTHENBACH. "Ein erfolgreiches Jahr liegt hinter uns, in dem langjährige Projekte verwirklicht und vor allem erreicht wurde, dass die Rothenbacher Lay unter Schutz gestellt wurde. Somit konnte der Zustand dieser schützenswerten Landschaft auf Dauer gesichert werden", erklärte Vorsitzender Klaus Huber bei der Hauptversammlung des Rothenbacher Umweltvereins "Schutz einheimischer Natur" (SEN) im Schulungsraum der Feuerwehr.

m Zuge der Flurbereinigung bekam der SEN im Distrikt "Struthwiese" eine rund einen Hektar große Biotopfläche zugewiesen. Gut bewährt habe sich der Lehracker unter der "Weißen Hub" als Anschauungsprojekt, betonte Huber. Das vom Verein übernommene und betreute Biotop "Grafschaft" befinde sich in einem ordentlichen Zustand. Mit all diesen Aufgaben sei man allerdings auch an die Grenze der finanziellen Möglichkeiten gestoßen, so Huber. Deshalb müsse sorgsam abgewogen werden, welche zusätzlichen Verpflichtungen der Verein künftig noch eingehen könne.

Über die Aktivitäten im vergangenen Jahr informierte der stellvertretende Vorsitzende Alfred Margraf: Es gab einen Arbeitseinsatz in der Rothenbacher Lay, bei dem auch Windwurfschäden aufgearbeitet wurden; der SEN beteiligte sich am Kreisumwelttag am Wiesensee und richtete einen Umwelttag in der Rothenbacher Lay (unter Mitwirkung der Ortsvereine) aus; Kindergartenkinder wurden durch die Natur geführt; eine große Nistkastenaktion organisiert und die vereinseigenen Biotopflächen gepflegt.

Als Fachwart für Pflanzenschutz ging Jochen Wihl ausführlich auf die Biotop-Fläche in der Struthwiese ein. Angesiedelt haben sich dort wieder eine Heidelbeerkolonie sowie eine Blumenvielfalt, die so nur noch selten anzutreffen sei. Eine große Schar an seltenen Schmetterlingen sowie die Knotenameise hätten in diesem Bereich eine neue Heimat gefunden. Das alles sei nur durch die ehrenamtliche Arbeit des SEN und ihrer Helfer möglich geworden.

Die Anzahl der Fledermäuse im Feuchtstollen der Lay hat abgenommen, informierte Helmut Schlag als Tierschutz-Verantwortlicher. Ursache sei das verminderte Nahrungsangebot. Schlag appellierte an die Hundehalter, wegen der Fasanenaufzucht im Distrikt Eichborn ihre Tiere anzuleinen. Seitens der zuständigen Kulturbehörde werde die Arbeit des SEN immer wieder gelobt, berichtete Gisbert Menges. In der Bornwiese sollen Bachkrebse und Schnepfen wieder eine Brutmöglichkeit erhalten. Jugendvertreter Johannes Kuhlmann berichtete von der Krötenwanderung auf der K 78 zwischen Haindorf und Arnshöfen. Durch die Maßnahmen der Jugendgruppe hätten unzählige Tiere gerettet werden können.

Vor allem die Pflege der beiden Biotope sei recht kostspielig, stellte Schatzmeister Stefan Menges fest. Trotzdem konnte Kassenprüfer Hubert Memel dem SEN-Vorstand eine sparsame Wirtschaftsweise bescheinigen.

In seiner Vorschau nannte Vorsitzender Huber die Anlegung einer Obstbaumwiese in der Flur "Weiße Hub", Pflegearbeiten am Biotop Struthwiese, die Ausrichtung eines Familienwandertages im Mai und für die Jugendgruppe die Durchführung einer Nistkastenaktion und Absperrmaßnahmen für die bevorstehenden Krötenwanderungen. Geplant ist zudem im Juni eine Naturveranstaltung in der Rothenbacher Lay. Der SEN beteiligt sich wieder an der Aktion "Saubere Landschaft" am 1. April.
Ortsbürgermeister Axel Huber würdigte die Unermüdlichkeit des SEN, der sich um die Erhaltung der heimischen Natur große Verdienste erworben habe. (km)
01.08.2005
(Westerwälder Zeitung)
Alter Steinbruch blüht auf
 
Rothenbacher Lay zur "geschützten Landschaft" erklärt - Mühen des Vereins SEN haben sich gelohnt. Seltene Pflanzen und Tiere finden sich in dem ehemaligen Steinbruch "Rothenbacher Lay", der jetzt zur "geschützten Landschaft" erklärt wurde.
 
ROTHENBACH. Die Mühen des Rothenbacher Naturschutzvereins SEN haben sich gelohnt: Die Untere Landespflegebehörde erklärte das 6,25 Hektar große Areal der Rothenbacher Lay zum "Geschützten Landschaftsbestandteil" und setzte damit zugleich eine Reihe von Bestimmungen und Auflagen in Kraft.

Dem 1997 gegründeten Naturschutzverein Rothenbach und seinem rührigen Vorsitzenden Klaus Huber ist es zu verdanken, dass das ehemalige Steinbruchgelände als Lebensraum für seltene Pflanzen und Tiere wieder ins Licht der Öffentlichkeit geriet. Zunächst aber gab es für die ehrenamtlichen Naturschützer dort viel zu tun.
So wurde zunächst mit Hilfe von schwerem Arbeitsgerät die verwilderte Deckschicht der Bruchsohle, heute ein einziges Blütenmeer, großflächig abgetragen und damit einer neuen Pflanzenfamilie zum Leben verholfen. Des Weiteren wurden die oftmals sehr steilen Basaltwände entbuscht, um Nistmöglichkeiten für Bodenbrüter zu schaffen, Wassertümpel angelegt, kurzum alles getan, um aus der entlegenen Örtlichkeit ein Refugium für eine rar gewordene Vogel- und Pflanzenwelt zu machen.

Damit gaben sich Rothenbachs Naturschützer aber noch nicht zufrieden, sondern sie ließen auch aus der ehemaligen alten Schmiede ein bauliches Kleinod entstehen. Die Innenwände wurden mit vielen Informationstafeln ausgeschmückt, die dem Besucher als Orientierungshilfe dienen sollen.

Auch an die Fledermäuse wurde gedacht, die in einer ehemaligen Stollenanlage ein Winterquartier eingerichtet bekamen. Dazu musste der Stolleneingang mit einer Basaltmauer so verschlossen werden, dass den Tieren eine Ein- und Ausflugsmöglichkeit erhalten blieb. Die Durchschnittstemperatur und die Luftfeuchtigkeit im Innern des Stollens entsprachen den Lebensbedingungen der Tiere, so dass hier nach und nach zahlreiche Fledermausarten angesiedelt werden konnten.

Welchem Zweck dient nun die Unterschutzstellung? Ziel ist es, den Naturhaushalt der ehemaligen Steinbruchsanlage (und damit einen kleinklimatischen Sonderstandort für Pflanzen und Tiere) zu erhalten. So ist es hier zukünftig beispielsweise verboten, die Gewässer und ihre Uferungen zu verändern, wild lebenden Tieren nachzustellen, Waldrodungen vorzunehmen, Brutabläufe zu stören und wild wachsende Pflanzen aller Art zu entfernen, abzubrennen oder zu beschädigen. In dem Gebiet darf nicht gezeltet oder geritten werden, auch Wohnwagen und Wohnmobile (oder Verkaufsstände) dürfen nicht aufgestellt werden. Der ganze "Katalog von Ge- und Verboten" soll dazu beitragen, das Gebiet der Rothenbacher Lay mit seiner vielfältigen Tier- und Pflanzenwelt in seiner ganzen Natürlichkeit zu belassen.

Die Unterschutzstellung der Rothenbacher Lay ist aber zugleich auch ein Brückenschlag zu jener Zeit, als der Steinbruch die einzige Erwerbsquelle für die Bewohner von Rothenbach und des nahen Umlandes darstellte. Bis zu 180 Personen konnten hier in den Jahren von 1895 bis 1965 ihrem Lebensunterhalt nachgehen.

An den einst 490 Meter hohen Basaltkegel, auf dem man in früheren Zeiten ein verfallenes Schloss vermutete und in dessen Klüften der Legende nach einstmals der tolle Schinderhannes mit seinen Gesellen Zuflucht gefunden haben soll, erinnert heute nichts mehr. Ebenso verhallt ist der Lärm der tagtäglichen Sprengungen, unter dem die Dächer der Himburger oftmals sehr zu leiden hatten. Verwelkt ist auch die Reminiszenz an jene vier Rothenbacher Arbeiter, die vor einhundert Jahren etwa an der Stelle den Tod fanden, wo heutzutage die Schautafeln des SEN den Betrachter auf die natürliche Harmonie von Fauna und Flora aufmerksam machen. Die Rothenbacher Naturschützer aber sind stolz darauf, dass durch die Ausweisung der Rothenbacher Lay als geschützte Landschaft ihre aufopferungsvolle Tätigkeit eine verdiente Anerkennung fand.
23.06.2005
(Westerwälder Zeitung)
Die Lay wird nun geschützt
 
Umweltschützer veranstalteten einen lehrreichen Informationstag im Rothenbacher Biotop-Gelände
 
Die Rothenbacher Lay erhält die Bezeichnung "Geschützter Landschaftsbestandteil". Der Naturschutzverein SEN hatte aus diesem Grund auf dem ehemaligen Steinbruchsgelände einen Informationsnachmittag ausgerichtet, der durch die Mitwirkung des Frauen- und Männerchores einen geradezu festlichen Rahmen erhielt.
 
ROTHENBACH. Vorsitzender Klaus Huber wies beim Informationstag des Vereins "Schutz einheimischer Natur" (SEN) in Rothenbach vor zahlreichen Besuchern auf die Bedeutung der Rothenbacher Lay in Vergangenheit und Gegenwart hin. Die Lay war nicht nur über sieben Jahrzehnte hinweg die Haupterwerbsquelle des Dorfes, sie entwickelte sich seit ihrer Stilllegung im Jahr 1965 zunehmend in ein Refugium für seltene Tiere und Pflanzen. Ihre Bestände zu sichern und fachkundig zu fördern, so Huber, sei daher zu einem besonderen Anliegen der Rothenbacher Naturschützer geworden - ein Bemühen, das bei den zuständigen Pflegebehörden von Kreis und Land bereits große Beachtung gefunden habe. Der Umweltverein erfährt große Unterstützung durch den Ortsgemeinderat. In Anerkennung der geleisteten Arbeit im Jahr 2000 überließ der Rat dem SEN das gesamte Lay-Gelände eigenverantwortlich zur pachtweisen Nutzung. Das Ergebnis könne sich sehen lassen, so Klaus Huber. Auf der großflächigen Abbausohle befinden sich heutzutage Teiche und Tümpel für die Welt der Amphibien künstlich angelegt. Die Steilhänge wurden wieder entbuscht, so dass Kleinlebewesen hier einen neuen Lebensraum finden können. Man hoffe somit, so der Vorsitzende Huber, dass die fünfjährige Vereinsarbeit durch die amtliche Unterschutzstellung der Lay ihre verdiente Krönung erfahren werde.

Was in der Vergangenheit bei "Ausgrabungsarbeiten" rund um die alte Schmiede an einstigen Gebrauchsgegenständen gefunden wurde, konnte an einem besonderen Informationsstand bewundert werden: Feuerzangen, Kipp- und Vorschlaghämmer, handgeschmiedete Gleisnägel, Spaltkeile und vieles mehr. Dies alles ließ die handwerkliche Fähigkeit des letzten Schmiedemeisters Josef Antweiler erkennen. Über das Laygelände verstreut machten große Schautafeln auf die Artenvielfalt von Vögeln, Insekten und Pflanzen aufmerksam, wobei das neuerliche Lupinenfeld im ehemaligen Tiefgangbereich den Besucher regelrecht in seinen Bann schlug. In der Tat konnte hier ein Naturschauspiel nach langwieriger Rekultivierungsarbeit durch den Rothenbacher Umweltverein entstehen. Die Lay, die in früherer Jahren zum Gemarkungsbereich des Ortsteiles Himburg gehörte, wurde, ihrer entlegenen Stille wegen, für viele Vogelarten zu einer neuen Heimat.

Mit einer Reihe von Liedvorträgen wie "Herrlich ist"s im Walde" unterstützte auch der örtliche Frauenchor, dirigiert von Uschi Steudter, die Arbeit des SEN, während der MGV "Cäcilia 1878" unter der Leitung von Johannes Steudter, ebenfalls mit ausgesuchtem Liedgut dem Verein seine verdiente Anerkennung zollte. In seinem Grußwort lobte Ortsbürgermeister Axel Huber die ehrenamtliche Fleißarbeit der Umweltschützer, auf deren Erfolge man im Rat stolz sei, nicht zuletzt auch was den Be-standserhalt der Lay anbetreffe. Dann schlug die Stunde des Falkners Berthold Geis aus Villmar-Weyer, der mit seinen abgerichteten Turm- und Wanderfalken sowie Wüstenbussarden den Weg zur Informationsveranstaltung gefunden hatte und diese mit seinen Vorführungen zu bereicherte. Die Besucher erfuhren unter anderem, dass die Falknerei als waidmännische Jagdart seit mehr als 4000 Jahren überliefert und in früherer Zeit ausschließlich von Fürsten und Königen ausgeübt wurde. Die Kinder durften die Tiere streicheln, und der siebenjährige Fabian Fröschen" konnte sogar an den Greifvögeln eine Fütterung vornehmen. Mit großem Interesse verfolgten die Besucher die Flugkünste der Falken und Bussarde und deren Landungen auf dem Lederhandschuh des Falkners, was eine harmonische Beziehung zwischen Mensch und Tier erkennen ließ.

Alles in allem war die vom Wetter begünstigte SEN-Veranstaltung eine gelungene Sache und in Anbetracht zahlreicher Neueindrücke sehr informativ, wozu die imposante Buchenkulisse sowie die ansprechenden Ausstellungsstücke nicht zuletzt mit beigetragen hatten. (Klemens Metzger)

09.05.2005
(Westerwälder Zeitung)
Lebensraum für seltene Tiere in Rothenbach gesichert
 
Ein Paradies für Amphibien, Vögel und Insekten, aber auch für seltene Pflanzen wurde jetzt in Zusammenarbeit von Umweltamt der Kreisverwaltung und dem Verein zum Schutz einheimischer Natur in Rothenbach gesichert. Es handelt sich um ein etwa einen Hektar großes Biotop. "In dem Feuchtbiotop finden Tiere und Pflanzen eine Heimat, die ansonsten in unserer Kulturlandschaft keine Überlebenschance haben", so Klaus Huber, Vorsitzender des SEN Rothenbach (rechts). Um den Fortbestand dieser Arten zu gewährleisten, sei die Sicherung und der Schutz solcher Flächen unbedingt erforderlich. Der Schutz der Fläche wird in Rothenbach durch die Arbeit des SEN gesichert. Die betreffenden Grundstücke konnte der Verein im Rahmen eines Flurbereinigungsverfahrens mit einer Förderung durch den Westerwaldkreis in Höhe von 3750 Euro erwerben. So kann nun auch der seltene Ameisenbläuling in Rothenbach eine sichere Heimat finden. Der weltweit als bedrohte Tierart geltende Falter lebt in einer Symbiose mit einer Ameisenart, die ebenfalls eine Offenlandstruktur, wie sie hier geschützt ist, zum Leben braucht. Olaf Glasner vom Umweltamt der Kreisverwaltung und Klaus Huber begutachten die unter besonderen Schutz gestellten Flächen. (Klemens Metzger)

10.03.2005

(Westerwälder Zeitung)

Kröten zu ihren Laichplätzen gebracht

SEN Rothenbach bilanzierte viele Umweltaktivitäten - Einsatzfreude der Jugendgruppe gewürdigt

ROTHENBACH. Die Pflege der heimischen Natur durch den SEN finde durchaus öffentliche Anerkennung, betonte Vorsitzender Klaus Huber bei der Jahreshauptversammlung. Vieles innerhalb der Ortsgemarkung, besonders aber im Bereich der Rothenbacher Lay, erinnere an das aktive Wirken des SEN. In den zurückliegenden Jahren soviel erreicht zu haben, darauf könne man stolz sein.

Auf mehr als 20 arbeitsintensive Aktivitäten verwies der Zweite Vorsitzende Alfred Margraf in seinem Jahresrückblick 2004. Er erinnerte an die fortlaufende Kontrolle der Fledermausbestände in der Rothenbacher Lay, an die Baumschnittkurse auf dem ehemaligen Schulgelände und an die große Pflege- und Brennaktion im Steinbruch der Lay. Auf der Kreisstraße 78 Obersayn-Arnshöfen wurde die Krötenwanderung überwacht. Historische Exkursionen führten rund um den Wetzstein und es gab Kindergartenführungen in der Rothenbacher Lay. Hier und im Bereich des Flurdistriktes "Grafschaft" erfolgten auch Arbeitseinsätze. Großes Echo habe auch der Vortrag "Kelten im Westerwald" gefunden.

Die Zahl der Fledermäuse im Stollensystem der Lay sei gegenüber dem Vorjahr leicht zurückgegangen, erklärte Helmut Schlag (Fachwirt für Artenschutz). Das sei wohl auf den nicht allzu strengen Winter zurückzuführen.

Wie Gisbert Menges, Fachwirt für Pflanzenschutz, informierte, werde vom SEN wieder ein Lehracker unterhalb der Weißen Hub angelegt. Im Rahmen der laufenden Flurbereinigung bestehe die Möglichkeit, rund um das Dorf einen sogenannten Obstbaumgürtel anzulegen. Dazu würden sich die Flur südlich der Lay und die des Klosters geradezu anbieten. Ziel sei, den dörflichen Obstbaumbestand aufzustocken und somit die alten und bewährten Obstbaumsorten zu erhalten.

Für die SEN-Jugendgruppe berichtete Johannes Kuhlmann, dass die Zwölf- bis 17- Jährigen bei den Pflegearbeiten in der Rothenbacher Lay fleißig mitwirkten und etwa 500 Kröten zu ihren Laichplätzen bei Obersayn brachten. Zudem fertigte die Jugend Informationstafeln, die an exponierten Stellen der Gemarkung angebracht wurden. Um alle Aufgaben noch besser koordinieren zu können, wurde Marco Huber einstimmig zum neuen Jugendwart gewählt.

Zwar stehe der Verein noch halbwegs auf gesunden Füßen, doch habe der Kassenbestand gegenüber dem Jahr 2003 deutlich abgenommen, berichtete Schatzmeister Stefan Menges. Grund dafür ist, dass weitere Gerätschaften gekauft wurden, um die Pflegemaßnahmen leichter bewältigen zu können.

Mit Lichtbildern erläuterte Jochen Wihl die vom SEN durchgeführten Pflanzenschutzaktionen auf dem ehemaligen Steinbruchgelände der Rothenbacher Lay. Hier könne man inzwischen eine selten anzutreffende Pflanzen- und Blumenfamilie bewundern.

Für 2005 kündigte der Vorsitzende weitere Pflanzenschutzmaßnahmen an, zumal die Rothenbacher Lay als "Geschützter Landschaftsbestandteil" ausgewiesen werde. Von Juni bis August sollen Obstbaumkulturen angepflanzt werden. Im Oktober sei dann ein Großeinsatz rund um den Obersayner Sportplatz geplant. Natürlich seien auch wieder Führungen und Exkursionen vorgesehen.

Ortsbürgermeister Axel Huber zollte dem SEN großes Lob für seine unentwegte Umweltarbeit, wodurch Rothenbach weithin bekannt geworden sei. Vor allem aber müsse man auch die Einsatzfreude der Jugendgruppe bewundern, die sich insbesondere auf die Sicherung der Krötenwanderung zwischen Obersayn und Arnshöfen spezialisiert habe. (Klemens Metzger)

01.12.2004

(Westerwälder Zeitung)

Wahre Meister in der Kunst des geübten Metallstechens

Andreas Kretz bot in Rothenbach einen Einblick in die Welt der Kelten

ROTHENBACH. Zu einem Vortrag über die Kelten im Westerwald hatte der Umweltverein SEN in den Saalbau "Zur Linde" nach Rothenbach eingeladen. Als Referent konnte Andreas Kretz von der Gesellschaft für Heimatkunde gewonnen werden. Viele Interessenten kamen.

Zunächst stellte der Heimatkundler dar, was sich unter der Namensbezeichnung "Kelten" verbirgt, die als Volksstamm bereits vor 3000 Jahren von Süddeutschland aus den Westerwald besiedelten und als Urahnen hier ihre Spuren hinterließen. Diese führen unter anderem zu Ausgrabungen in Bilkheim sowie zum Hochplateau der Dornburg bei Wilsenroth und zum Bergkegel des Malberges in der Nähe von Ötzingen, wo in grauer Vorzeit bereits die ersten Wallburgen entstanden, später von von den Römern "Oppidum" genannt.

Kretz ließ die Besucher anhand von exzellenten Diaaufnahmen an den Ausgrabungsergebnissen im Westerwald oder von Dünsburg an der Lahn teilhaben und kommentierte den hohen Kulturstand der Kelten. Der Vortrag führte zunächst in die Münzwelt von damals mit ihrer Vielfalt an Währungseinheiten wie sie vor mehr als 2000 Jahren schon hierzulande üblich waren. Erstaunlich dabei vor allem, wie zu jener Zeit die Ziseleure die Kunst des Metallstechens auszuüben verstanden. Die Kelten seien von hohem Wuchs gewesen und hätten über einen kraftvollen Körper verfügt, so Kretz. Dass von ihnen auch das Kunsthandwerk bereits gepflegt worden sei, lasse sich an Ausgrabungserfolgen gut belegen, da Schmuckgegenstände jeglicher Art die Jahrtausende im Erdreich gut überdauert hätten. Überhaupt müsse stets dort, wo es an schriftlichen Zeugnissen mangele, der Spaten nicht selten weiterhelfen.

Wie wohnten die Kelten im Westerwald, und wie war es um ihre Wohnkultur bestellt? Kretz wies darauf hin, dass man alle größeren Siedlungen durchweg mit einer so genannten "Pfostenschlitzmauer" umgab. Viele Wallanlagen seien bis heute gut sichtbar geblieben. Gutes Dia-Material führte die Besucher ins Innere der rekonstruierten Behausungen und zeigte, dass die Urahnen gar nicht mal so schlecht wohnten, sondern ihre Heimstätten recht praktisch einzurichten wussten. Dabei erweckten vor allem Keramikerzeugnisse aus der Hallsteinzeit Bewunderung, verrieten doch Töpfe, Schalen und Becher ein hohes Maß an handwerklichem Geschick, und es gab auch keltische Trachtenelemente als Ausdruck des damaligem Lebensstandards zu bewundern.

Ausführlich beschäftigte sich der passionierte Archäologe auch mit dem Totenkult der Kelten und ihrem Bestattungswesen. Berichtet wurde von den oftmals reichhaltigen Beigaben, die vom einfachem Wasserkrug bis hin zum Streitwagen bei Fürsten und Edelleuten gereicht hätten. In diesen Gegenständen spiegele sich zugleich der keltische Alltag während der Eisenzeit wieder, wobei auch hier auf Ausgrabungsergebnisse wie etwa aus der Nähe von Westerburg zurückgegriffen werden könne. Vor allem aber habe das 34 Hektar große Areal der Dornburg bei Nachforschungen viele Gegenstände preisgegeben, die einen Einblick in die einstige Lebenshaltung der Kelten ermöglichten, aber auch den Beweis vom einer beachtlichen Kulturstufe liefern würden.

Auch das "Reich der Waffen" blendete der Referent im Rahmen seiner Dia-Serie geschickt mit ein. Er zeigte, dass die Kelten vor gut zwei Jahrtausenden ihre eisernen Verteidigungswaffen sehr wohl selbst herstellen konnten. Spuren aus keltischer Zeit seien auch zwischen Rothenbach und Wölferlingen zu suchen.

Am Ende des Vortrages sprach der SEN-Vorsitzende Klaus Huber dem Referenten seinen besonderen Dank aus und kündigte zugleich seitens des Umweltvereins für die Zukunft eine erweiterte Öffentlichkeitsarbeit an. (Klemems Metzger)

     23.10.2004
(Westerwälder Zeitung)
Lay unter Schutz

Gemeinderat Rothenbach will Antrag stellen

ROTHENBACH. Zu beschäftigen hatte sich der Gemeinderat Rothenbach jüngst auch mit der Beschädigung von Bordsteinen in der Brücken- und Gartenstraße. Es wurde ein Instandsetzungsauftrag vergeben; die Sanierung soll vor dem Winter beginnen.

Durch die VG-Verwaltung in Westerburg war der Abschluss einer gebündelten Globalversicherung für alle Ortsgemeinden angeregt worden. Laut Huber betrifft der Versicherungsschutz alle gemeindeeigenen Gebäudeteile, im Falle Rothenbach auch die Trakte des SV am Sportplatzgelände. Ein Versicherungsbeitritt sei ratsam. Der Rat erklärte sich mit dem Abschluss einer dahingehenden Versicherung gegen die Jahresgebühr von rund 1190 Euro generell einverstanden.

Seit seinem Bestehen hat sich der Naturschutzverein SEN viel Mühe um die Rekultivierung des ehemaligen Steinbruches Rothenbacher Lay gemacht. Um diesen Bestand nun zu sichern, beschloss der Gemeinderat einstimmig, die Unterschutzstellung des betreffenden Areals bei der Unteren Landespflegebehörde einzuleiten, zumal nach Aussage des zuständigen Revierförsters Ramroth durch diese Maßnahme die angrenzenden Forstbestände nicht benachteiligt werden. Ortsbürgermeister und Rat gehen davon aus, so den beabsichtigten Schutzzweck für die Rothenbacher Lay erreichen zu können. (km)

29.05.2004
(Westerwälder Zeitung)

Delikate Gewächse für den Mittagstisch

Fachvortrag in Rothenbach über Naturkräuter

ROTHENBACH. Im Rahmen seiner allgemeinen Öffentlichkeitsarbeit hatte der Naturschutzverein SEN in Rothenbach zu einem Fachvortrag über Wild- und Heilkräuter eingeladen, für den Theresia Karuna aus Bilkheim als Spezialistin für Naturkost gewonnen werden konnte.

Auch die Jugend kam

In der Tat hatte eine stattli che Anzahl interessierter Besucher, unter ihnen auch eine Reihe Jugendlicher, den Weg ins "Kleine Haus" gefunden, um sich über die Nutzung von Naturpflanzen unmittelbar unterrichten zu lassen. Und die examinierte Sonderschullehrerin verstand es vortrefflich, den in der freien Natur wildwachsenden Pflanzenkatalog im Einzelnen vorzustellen und auf seine Bedeutung für den menschlichen Organismus hinzuweisen. An die 50 verschiedenen Gewächsarten, teils ihrem Garten, teils der angrenzenden Flora entnommen, hatte Theresia Karuna auf einem großen Tisch ausgebreitet. Sie machte darauf aufmerksam, wie zum Beispiel Lungenkraut, Löwenzahn, Knöterich und Sauerampfer regelrecht vor der eigenen Haustür gedeihen und gewissermaßen auf ihre Nutzung warten.

Das war aber längst noch nicht alles, was die engagierte Rohkostlerin anzubieten hatte. Auf dem Tisch fanden die Betrachter auch noch Sortimente von wildem Schnittlauch, Sauerklee, Waldmeister, Salbei, Schafgarbe, Spitzwegerich, Lavendel und Ackerstiefmütterchen ausgebreitet, die außer ihrer medizinischen Wirkung vor allem auch für das Herrichten von Salaten Verwendung finden können. Und Theresia Karuna wusste, von was sie sprach, wenn sie Rotklee, Hirtentäschel und Beifuß für den Mittagstisch empfahl, wo doch seit nunmehr 14 Jahren nur Rohkost auf ihrem eigenen Speisezettel zu finden ist. Als Kostprobe erhielten die Besucher ein Stück rohe Sonnenblumenknolle für den Genuss angeboten, wodurch die Naturregel "was gut schmeckt, ist auch gut" ihre Bestätigung finden sollte.

Viele Überraschungen

Die Besucher waren er staunt, zu erfahren, wieviel Heilkräuter und wohlschmeckende Wildkräuter im Garten Gottes gedeihen. Sie alle sind dazu angetan, unser Speiseangebot zu bereichern. Dem Vortrag im Kleinen Haus schloss sich eine Exkursion in der Natur an, bei der man die Ausführungen von Theresia Karuna bestätigt fand, die aber auch noch viele weitere Überraschungen bot. (km)

21.02.2004
(Westerwälder Zeitung)
Neues Zuhause für Fledermäuse in Rothenbacher Lay

Seltene Tiergattung in Unterschlupfmöglichkeiten des Stollensystems heimisch - Klaus Huber an Spitze des Umweltvereins

ROTHENBACH. Der Bestand an Fledermäusen im Schutzbereich der Rothenbacher Lay hat zugenommen. Neuerdings ist hier sogar die seltene Fransenfledermaus heimisch geworden. Das erfuhren die Mitlieder während der Jahreshauptversammlung des Umweltvereins SEN von Fachwirt Helmut Schlag.

"Wieder liegt ein Jahr voller Arbeit und Mühen hinter uns, in dem vieles zum Nutzen der Natur bewegt werden konnte", erklärte der Vereinsvorsitzende Klaus Huber bei der Versammlung im Gasthaus "Zur Linde".

Der Jahresrückblick des zweiten Vorsitzenden Alfred Margraf bestätigte dies: Am Naturfreundehaus in der Rothenbacher Lay mussten notwendige Fällungsarbeiten durchgeführt werden, der Vorplatz wurde neu planiert und mit neuen Infotafeln ausgestattet. Auf dem ehemaligen Steinbruchgelände führte man umfangreiche Biotop- Pflegearbeiten durch, legte Wasserabflüsse an und stellte Ruhebänke auf. Zudem gab es unter der Leitung von Raphael Margraf eine Kindergartenführung durch die Rothenbacher Lay, die in sporadischen Abständen wiederholt werden soll.

Gut angenommen wurden, so betonte Alfred Margraf, die neuen Unterschlupfmöglichkeiten für Fledermäuse im Stollensystem der Rothenbacher Lay. Weiterhin habe der SEN auf der neu erworbenen Biotopfläche im Distrikt "Grafschaft" umfangreiche Pflegemaßnahmen vorgenommen und im Gemarkungsbereich weitere Ruhebänke aufgestellt.

Trotz hoher Vereinsauslagen (beispielsweise durch den Kauf von Geräten) steht der SEN noch auf finanziell gesunden Füßen, erklärte Schatzmeister Stefan Menges. Er bescheinigte, dass im vergangenen Jahr sparsamst gewirtschaftet wurde. Das wurde vom Sprecher der Kassenprüfer Walter Riedl vollauf bestätigt. Die Neuwahl des Vorstands erfolgte unter der Leitung von Ortsbürgermeister Axel Huber. Dabei wurden alle für weitere zwei Jahre in ihren Ämtern bestätigt.

Auch fürs laufende Jahr kündigte der Vorsitzende allerlei Aktivitäten an. Ende Februar ist ein Großeinsatz in der Rothenbacher Lay, Ende März ein Baumschnittkurs. Für den 12. Mai ist die Exkursion "Wildsalate und Heilkräuter" geplant. Im Juli soll es einen Familientag in der Rothenbacher Lay gebe. Ende November ist ein Fachvortrag zu den Ursprüngen der Elbbachbesiedlung vorgesehen. Ab Oktober gibt es wieder allwöchentliche Arbeitseinsätze. Als neue Verpflichtung nahm der SEN in sein Programm auf, dass während der Krötenwanderung (Anfang April) die K 78 zwischen Obersayn und Arnshöfen gesperrt werden soll.

Die Mitgliedszahl ist auf 102 angestiegen, darunter sind viele Jugendliche. Das Land Rheinland-Pfalz habe eine Haftpflichtversicherung für die freiwilligen Vereinshelfer übernommen. Mehrheitlich beschloss die Versammlung, im Rahmen des laufenden Flurbereinigungsverfahrens eine Biotopfläche anzukaufen und sie pflegerisch zu nutzen. Abschließend dankte Ortsbürgermeister Axel Huber dem SEN für die zahlreichen Arbeiten und Pflegemaßnahmen innerhalb der Gemarkung. Ohne die Hilfe des Umweltvereins hätten sie so nicht bewerkstelligt werden können. (Klemens Metzger)