Mehr Rücksicht auf Kröten nehmen

 

Naturschutzverein SEN Rothenbach: Verfügte Straßensperrungen werden von Autofahrern oft nicht akzeptiert

Nicht alle Autofahrer sind unbedingt Freunde von Amphibien. Diese Erfahrung musste der Naturschutzverein SEN wieder einmal machen.

 

ROTHENBACH-OBERSAYN. Während der jährlichen Kötenwanderung zwischen Rothenbach-Obersayn und dem Nachbarort Arnshöfen kommt es bei der Straßensperrung der K 78 ständig zu Problemen. Das musste der Vorsitzende Klaus Huber vom Naturschutzverein SEN Rothenbach bei der Jahreshauptversammlung feststellen. Er bedauerte, wie wenig Akzeptanz diesen Sperrungen in der Bevölkerung entgegengebracht wird. Huber führte dies hauptsächlich darauf zurück, dass die erforderlichen Kenntnisse über die enorme Nützlichkeit der Frösche und Kröten bei den meisten Verkehrsteilnehmern einfach fehle.

 

Hinzu komme, so Huber, dass viele Verkehrsteilnehmer nicht bereit sind, die Sperrungen überhaupt zu akzeptieren. Die Mühen des Vereines, für einen ausreichenden Schutz der wandernden Amphibien zu sorgen, werde nicht eingeschränkt; der Verein sei sich seiner Verantwortung bewusst.

Eine wichtige Mitteilung des Vorsitzenden betraf die Bestätigung des Aufenthaltes einer Wildkatze im Geisenwald. In Zusammenarbeit mit der Masgeik-Stiftung wurde an einer geeigneten Stelle eine Infrarotkamera installiert, die nun die bestätigenden Bilder geliefert hat.

 

Huber informierte auch über die neuesten Entwicklungen der "Historischen Abteilung" des Vereins. Zum einen wurde nach langem Suchen endlich noch einer der verschwunden oder zerstört geglaubten Grenzsteine von 1780 im District "Weiden" gefunden und an seinem früheren Standort aufgestellt. Zum anderen stellte Huber seine neu erstellte CD über die noch vorhandenen Reste der kurtrierischen Grenzbefestigungen von etwa 1700 vor. Damit ist es möglich, eine interaktive Wanderung entlang der Rothenbacher Grenze am Computer zu machen. Wer sich dafür interessiert, kann diese CD beim Vorsitzenden erwerben.

Bei den Neuwahlen des Vereinsvorstandes wurden für die einzelnen Funktionen die folgenden Vereinsmitglieder gewählt: Vorsitzender bleibt wie bisher Klaus Huber, stellvertretender Vorsitzender wie bisher Jochen Wihl, Kassenwart wie bisher Stefan Menges, Schriftführer wie bisher Raphael Margraf, Fachwart Tierschutz wie bisher Rainer Hastrich und Fachwart Umweltschutz wie bisher Gisbert Menges. Fachwart Pflanzenschutz ist nun Andrea Jung, sie beerbt den ausscheidenden Marco Huber. Die Wahlen erfolgten einstimmig. Der Vorsitzende gab seiner Freude Ausdruck, dass sich mit Andrea Jung nun auch eine Frau bereit findet, an verantwortlicher Stelle im Verein mitzuarbeiten.

Eine weitere Neuerung in der Vereinsgeschichte stellte sich mit der Übernahme von Patenschaften ein. Ekkehard Thiel und Peter Hackenbruch übernahmen die ersten Patenschaften des Vereins.

 

Der Rückblick des stellvertretenden Vorsitzenden Jochen Wihl auf die Arbeiten des vergangenen Jahres machte schnell klar, warum 2009 das wohl ereignisreichste Jahr der bisherigen Vereinsgeschichte gewesen ist: Vorstellung der CD über die Grenzversteinerung von 1780 an der Rothenbacher Ortsgrenze; Dia-Vortrag über die Bergwelt Neapels; Nistkästenbau mit den Kommunionkindern; Aktion "Saubere Landschaft"; Aufbau eines Wildbienenhotels; Renovierung und Sicherung des wiedergefundenen "Waldbrunnen" im Ortsteil Himburg; Teilnahme an dem Erntedankfest der Ortsvereine und Führungen in der Rothenbacher Lay waren nur einige der erwähnenswerten Veranstaltungen.

 

Westerwälder Zeitung vom Mittwoch, 7. April 2010, Seite 21.

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